Gynäkologie – wann ist eine Untersuchung ratsam?


Bei der Gynäkologie (Frauenheilkunde) handelt es sich um die Erkennung/Entstehung und Behandlung von Erkrankungen der weiblichen Sexual-/Fortpflanzungsorgane sowie der Vorsorge. Eine gynäkologische Untersuchung dient primär der Vorsorge. Diese sollten Sie regelmäßig, etwa alle zwölf Monate, wahrnehmen. Einerseits kann Ihr Frauenarzt früh genug mögliche bösartige Erkrankungen feststellen und andererseits können Sie akute Beschwerden abklären lassen. Symptome für eine gynäkologische Untersuchung sind unter anderem:

– Jucken, Schmerzen oder Brennen im Genitalbereich (beispielsweise beim Urinieren oder Geschlechtsverkehr)
– außergewöhnlicher Ausfluss
– Menstruations-Beschwerden (beispielsweise zu lange, zu starke Blutung oder Schmerzen)
– auffällige Veränderungen im Brustbereich (zum Beispiel Verhärtungen, Knoten).

Ihre Frauenärztin/Ihr Gynäkologe ist zudem professioneller Ansprechpartner zu allen Fragen der Verhütung und Schwangerschaft, Sexualität und auch Ihrem Kinderwunsch.

Gynäkologie – zuerst eine ausführliche Beratung bei Ihrer Gynäkologin

Im Vorfeld der gynäkologischen Untersuchung wird von Ihnen eine Urinprobe erbeten. Mittels Teststreifen wird diese auf Blutspuren, keime und Entzündungszeichen untersucht. Weiterhin kann auch eine Schwangerschaft anhand der Urinprobe festgestellt werden. Zudem erleichtert eine geleerte Blase Ihrem Frauenarzt anschließend die spätere Untersuchung per Ultraschall.

Direkt im Behandlungszimmer werden Sie von Ihrer Frauenärztin/Ihrem Gynäkologen zu ungewöhnlichen Vorkommnissen und aktuellen Beschwerden befragt. Wichtig sind auch Informationen zu Ihrem engen familiären Umfeld, ob hier öfter Gebärmutterhals- und/oder Brustkrebs vorgekommen ist. Andere Themen, die Ihre Frauenärztin anspricht oder zu denen Sie eine Beratung erhalten können, sind:

– Art und Dauer der Regelblutung
– Scheidenausfluss oder Zwischenblutungen
– aktuelle Verhütung oder Verhütungswunsch
– Partnerschaft und Sexualität
– Stoffwechselerkrankungen
– Medikamentenkonsum.

Wie läuft die gynäkologische Untersuchung ab?

Anschließend erfolgt die körperliche Untersuchung. Dafür holt sich Ihr Frauenarzt zur Unterstützung meistens eine Mitarbeiterin/Schwester. Ihr Gynäkologe sollte Ihnen im Idealfall jeden seiner Handgriffe genau beschreiben. Die gynäkologische Untersuchung an sich ist komplett schmerzfrei und bedarf nur wenige Minuten.

Zwecks Tastuntersuchung Ihrer Scheide sowie des Muttermundes nutzt Ihre Frauenärztin das sogenannte Spekulum. Dieses wird vorher normalerweise minimal mit Gleitmittel bestrichen und anschließend vorsichtig in Ihre Scheide eingeführt. Das Spekulum wird geöffnet und die Scheidenwand dadurch leicht gespreizt. Dadurch kann Ihre Ärztin das Scheidengewölbe sowie Ihren Muttermund frei einsehen. Um Ihren Scheidenkanal äußerlich exakter zu untersuchen, kann Ihre Gynäkologin ein sogenanntes Kolposkop einsetzen. Dies ist eine Art Lupe inklusiver kleiner Lichtquelle. Um eine Früherkennung für Krebserkrankungen durchzuführen, benötigt Ihre Frauenärztin einen Abstrich (Pap-Test) vom Übergangsbereich Scheide zu Muttermund.

Oft nutzt die Frauenärztin die Routineuntersuchung für eine zusätzliche Ultraschall-Untersuchung mittels speziellem Schallkopf. Dieser ist ergonomisch geformt und lässt sich deshalb leicht in den Scheidengang einführen. Dadurch kann Ihre Gynäkologie Ihre Gebärmutterwand und -schleimhaut, Ihre Eierstöcke sowie Ihre Zyklusphase und sämtliche kleinen Beckenräume beurteilen. Nach kurzer Zeit im Behandlungszimmer haben Sie die gynäkologische Untersuchung normalerweise für die nächsten zwölf Monate geschafft – wenn nicht früher gewisse Beschwerden auftreten. Gynäkologen sind höchst aufmerksam und nehmen sich oft Zeit für ihre Patientinnen. Wichtig ist, dass Sie den Schritt gehen und Ihre Ärztin auf Ihre Beschwerden und Probleme ansprechen.